Die Geschichte der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hoengen
Es handelt sich um Berichte über den Send der Mutterpfarre St. Cornelius Hoengen aus den Jahren 1595-1773, wobei sofort bemerkt sei, das nicht aus allen Jahren Aufzeichnungen vorliegen. Der Send wurde gehalten gewöhnlich am Sonntag Judica (Passionssonntag), also zwei Sonntage vor Ostern.
Auf ihm wurde die Kirchenrechnung abgelegt.
Für die Schützenbruderschaft Hoengen fand Herr Pfarrer Scheufens eine interessante Aufzeichnung aus dem Jahre 1756.
In ihr schreibt der damalige Pfarrverweser J.Dohms, ein Mönch aus Steinfeld, dass an diesem Tage Jakob Römer als Kirchenmeister seine Kirchenrechnung abgelegt habe.
Dabei stellte sich am 5.Dez.1756 heraus, dass die Kirche dem Kirchenmeister 3 Reichstaler 21 Albus, dem Pfarrverweser 35 Albus und 30 Albus „den Schitzen“ schuldig bleibt.
Dies ist die erste Erwähnung der Schützen der Pfarre St.Cornelius Hoengen. Aus dieser Urkunde ergibt sich also, dass in dieser Zeit Schützen in der Mutterpfarre St.Cornelius Hoengen existierten, und dass sie in enger Verbindung mit dieser Kirche standen.
Unser Heimatforscher Heinz Schüller aus Hoengen, fand bei der Erarbeitung seiner sehr weit zurückreichenden Ahnentafel heraus, dass der oben genannte Kirchenmeister Jakob Römer, * 1705 + 1772 ein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater von ihm selbst und von unserem ältesten Schützenbruder Franz Mund ist. Ein weiterer Hinweis, für eine ältere Schützenbruderschaft in Hoengen findet sich in einer alten Chronik von 1914. In ihr heißt es: „dass die Fahne der damaligen Schützengesellschaft noch bis zum Jahre 1795 in dem jetzt vom Schumachermeister Paul Zimmermann bewohnten Hause aufbewahrt wurde. Demnach hat eine Schützengesellschaft in Hoengen bestanden, deren Entstehungsjahr augenscheinlich damals nicht bekannt war, denn der Chronist von 1914 bemerkt: „die Zeit der Entstehung der älteren Schützengesellschaften ist mir für keine einzige bekannt. Glaubwürdige Nachrichten sagen uns von vielen, wann sie bestehen, nicht aber wann sie entstehen.
Nach der Gründung des 2. Deutschen Reiches erfolgte am 1.12.1871 wieder eine Volkszählung. Die Bürgermeisterei Hoengen umfasste jetzt 3122 Personen. Die neue Grube Maria forderte bereits ihr erstes Opfer aus der Gemeinde. Es war der Bergmann Friedrich Böttcher aus Warden.
Wunsch des damaligen Herrn Pfarrers Johannes Hilarius Jst *1803+1885 wurde von Herrn Wilhelm Ullerich *1823+1892 eine Versammlung einberufen, um den Wunsch in die Tat um zusetzen. Das allgemein der Wunsch groß war eine Schützenbruderschaft zu gründen, beweist doch die Tatsache , dass 30 Männer dieser Einladung folge leisteten.
Es waren diese Herren:
Wilhelm Ullrich Math. Pohlen
Math.Gerh.Mund Wilh. Kappes
Joh. Jos. Frings Peter Steinbusch
Peter Jo. Nelessen Heinrich Bings
Joh. Erberich Peter Frings
Wilh.Jos.Frings An.Nacken
Winand Karduck Heinrich Esser
Wilh. Weidenhaupt Wilh. Dressen
Peter Jos. Hogen Peter Jos. Götting
Gerh. Palmen Gerhard Roß
Leonhard Schmitz Heinrich Lenden
Wilh.Dressen junior Math.Wilh. Mertens
Joh.H.Weitz Gerhard Frings
Joh.Jos. Weitz Heinrich Jos. Plum
„Die Gläser hoch! Die junge wieder gegründete St. Sebastianus Schützenbruderschaft von Hoengen möge sie glücklich wachsen, blühen und gedeihen. Sie lebe hoch, hoch, hoch.“
Nach dem nun die bereits vorliegenden Statuten beraten und einstimmig als gut befunden wurden, wurde der Vorstand gewählt.
Als Vorstandsmitglieder gingen aus der Wahl hervor: 1. Brudermeister Wilhelm Weidenhaupt 2. Brudermeister Gerhard Frings 1. Schriftführer Wilhelm Ullerich 2. Schriftführer Heinrich Esser 1. Rechnungsprüfer Winand Karduck
Den Bemühungen des damaligen Herrn Vikars Kramm ist es, des Kulturkampfes wegen nicht gelungen den Verein zu einer Bruderschaft zu erheben und so musste der Name in St. Seb. Schützen-Gesellschaft geändert werden. Wie allgemein die Sympathie für die neu gegründete St.Seb.Schützen-Gesellschaft war, beweist die Tatsache, dass in der nachfolgenden
Versammlung 13 Neuaufnahmen zu verzeichnen waren und so konnte die Gesellschaft ihren ersten Königsvogelschuss am 3.Oktober 1875 mit einer stattlichen Zahl feiern. Da der Königsvogel an diesem Tage nicht abgeschossen wurde, folgte am 10. Oktober ein Weiterschießen und nun fiel der Vogel auf den zweiten Schuss. Als erster Schützenkönig der Gesellschaft wurde das Mitglied Hermann Steinbusch feierlich proklamiert. Seltsam ist aber, dass er der erste und einzige, namentlich genannte König, in diesem Buch bleibt und für uns somit viele Namen in der Königsliste fehlen. +++Einige konnten wir von Bildern und Plaketten ermitteln. So schenkte uns, vor einiger Zeit Josef Engel, aus der Kirchstrasse 51, als Familien-Erbstück eine Königsplakette von 1891 mit der Inschrift: „König in Hoengen 1893 H. J. Dressen.“ Oder man schenkte uns Aufnahmen, aus den Jahren 1931 F. Mund, 1932 J. Ophoven, 1938 J. Bischoff und 1906+1937 H. Kick, worauf der Vater oder Großvater als Schützenkönig zu sehen ist. Solche Bilder sind für uns von großem Wert und die Bitte geht hiermit an alle Hoengener Bürger auf solche Aufnahmen in den Familienalben zu achten, und sich mit uns in Verbindung zu setzen. Dann könnten wir diese abfotografieren und wieder eine Lücke in der Königsliste schließen.
Musikstellung auch bei Fronleichnam und bei der Herz-Jesu-Prozession in Hoengen, welche jeweils 10 Tage später stattfand. Im Jahre 1879 wurde die Trauerfahne beschafft. Dieselbe wurde von dem Mitglied Arnold Dick zum Preise von 180 Mark angefertigt. Diese ist noch im Besitze der Bruderschaft. Sie wurde aber nach dem 2. Welt- Krieg nicht mehr benutzt und lag lange Jahre schön gefaltet unter anderen Wäschebündeln bei Franz Mund auf seinem Speicher. Nach zwei Jahren wurde wieder ein neuer Vorstand gewählt. Josef Breuer wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Nach nur einem Monat wurde wieder ein neuer Brudermeister gesucht. Was war geschehen? Lesen wir im alten Protokollbuch: In der am 18. Februar getätigten Ergänzungswahl des Vorstandes wurde, da der 1.Vorsitzende Herr W. J. Breuer in ein besseres Jenseits abberufen worden war, Herr Wilh. Weidenhaupt als Vorsitzender gewählt. Es sind unruhige Zeiten, auch für unsere Vereinsmitglieder. 1889 wird auf den Zechen im Wurmrevier gestreikt und die Streikbewegung macht sich auch bei uns bemerkbar. Bergleute aus Hoengen -Mariadorf haben den Streik ins Wurmrevier übernommen. Die Schützen vermerken in ihrem Protokollbuch: „Wegen der Streikerei der Bergleute auf hiesiger Grube lehnen wir Einladungen anderer Gesellschaften ab.“
„Die 10 jährige Vereinstätigkeit war wie ein flüchtiger Traum dahin und die Gesellschaft hatte sie glücklich durchlebt. Sie hatte ihre erste Prüfungszeit gut überstanden und es war mit Bestimmtheit anzunehmen, dass sie nun rüstig und tapfer sich entfalten werde, deshalb brauchen die Mitglieder ihre stolze Freude um der Gesellschaft willen nicht zu verbergen. Die liebenswürdige Teilnahme einer so gewaltigen Menschenmenge an diesem Feste, war ihnen der beste Beweis, welche reiche Liebe und Achtung wieviel Wohlwollen und Zustimmung die Gesellschaft sich auch bei den Fernstehenden erworben hatte.“
In den nun folgenden 6 Jahren ist beachtenswertes nicht zu erzählen, außer dem am 8. April 1889 getätigten Ankauf der den Erben Brosius und Weidenhaupt gehörenden Wiese, in der Hahnengasse zum Preis von 739 Mark, seitens der Gesellschaft. Bisher fehlte es noch an einem eigenen Schießstand. Mit Stolz und Freude kann die Gesellschaft auf den Beschluss der Versammlung vom 26.1. 1902 zurück blicken, in der 300 Mark bewilligt wurden, für die
Beschaffung einer Statue unseres Patrons des heiligen Sebastianus, welcher dem Wunsche des Hochwürden Herrn Pfarrer Dangela entsprechend im neuen Hochaltar unserer Pfarrkirche Platz fand. Das für das Jahr 1900 geplante, aber verschobene 25 Jährige Jubelfest der Gesellschaft, wurde erst am 28.- 29. Juni 1903 festlich begangen. Grund war der große Bergarbeiterstreik von 1900. In der Versammlung vom 20.01.1905 wurde einstimmig beschlossen 50 Mark für die vom Streik betroffenen Bergleute zu spenden. Bemerkt sei noch, dass aus der Gesellschaftskasse insgesamt über 140 Mark an solche Mitglieder gezahlt wurden, welche infolge Krankheit in Not geraten war
Hierauf wurde derselbe einstimmig als Ehrenpräsident der Gesellschaft gewählt.
In den Vorstand wurden neu gewählt:
1.Vorsitzender: Herman Quaden
1.Schriftführer: Wilhelm Kaldenbach
1.Rechnungsprüfer: W. Karduck
Im selben Jahr beschloss die Gesellschaft mit den Schützengesellschaften der hiesigen Umgebung in Verbindung zu treten, zur Gründung eines Schützenverbandes. Zur Ausführung dieses Beschlusses wurden die Vorstandsmitglieder H.Quaden und W.Kaldenbach gewählt. Das Resultat ihrer Arbeit ist die Gründung des Westdeutschen Schützen verbandes, dem dann 25 Schützengesellschaften angehören. Zum ersten
Abbildung 1Fahne 1908
Verbandsvorsitzenden wurde Wilh. Kaldenbach aus der Hoengener Schützengesellschaft gewählt. 1912 konnte schon das erste Verbandsfest in Immendorf gefeiert werden. In den nächsten Jahren wurde eine schöne Standarte angeschafft. Diese wurde dann beim Verbandsfest, unter den Vereinen ausgeschossen. Der Sieger bekam eine Urkunde und durfte die Standarte ein Jahr in seinen Reihen tragen. Die Schützen aus Hoengen konnten diesen Wanderpreis: „Standarte“, mehrmals gewinnen. Die Standarte des Westdeutschen Schützen Verbandes, mit der Siegerurkunde, befindet sich noch heute im Besitze der Hoengener Bruderschaft da der Westdeutsche Schützen Verband in dieser Rechts Form nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auftrat. Auch von der Weltberühmten „Titanic“ finden sich ein paar bemerkenswerte Sätze im Protokollbuch. Da schreibt der Chronist: „Als die Stolze Titanic ihr Wellengrab fand, zwischen Eisbergen und mehr als tausend Menschen in den Abgrund zog, da waren dies Nachrichten, die erschütternd auf die ganze Menschheit wirkten. Vor solch jähem Untergange von Menschenglück und Menschenwerk, bebt unsere Seele zurück. Und doch kommen wir nicht daran vorbei, den Worten des Erlösers zu glauben, welche uns die Kirche im Evangelium vor Augen führt:
„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“
In ihrer wechselvollen Geschichte hatten die Schützen bisher alle Umwälzungen, Revolutionen, politische und geistige Entwicklungen, Machtkämpfe und Anfeindungen überstanden, so standen ihnen die größten Bedrohungen und Bewährungsproben, im Laufe des 20. Jahrhundert noch bevor. 1913 tritt der 1. Vorsitzende H. Quaden von seinem Amt zurück und in einer Außergewöhnlichen Generalversammlung am 24. 8. 1913 wird Wilhelm Kaldenbach zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Hause geblieben waren, hatten andere Sorgen. Nach dem verlorenen Krieg hatten es die Schützengesellschaften, mit der Besatzungsmacht sehr schwer. Das Schießen war generell verboten und zu Schützenfesten musste eine Genehmigung eingeholt werden. Doch ließen unsere Großväter sich nicht unterkriegen und machten unbeirrt weiter, was sie einmal angefangen.
1. Glocke : Ton F, Durchmesser 1,26 m. Gewicht 1172 kg: St. Sebastianus Glocke. Paten waren: W. Kaldenbach und Gertrud Palmen.
Diese Glocke war ein Geschenk der St. Sebastianus- Bruderschaft. Die Inschrift auf einer Seite lautet:
„Schützenglocke töne in hellen Klängen, preise die Güte des Herrn und gebe nachfolgenden Geschlechtern Kunde von dem innigen Verhältnis zwischen Kirche und Schützengesellschaft. Möge es immer so bleiben.“
Inschrift auf der anderen Seite:
„Im Jahre des Heils 1924 unter dem hochw. Herrn Pfarrer Hugo, als die bittere Not des Krieges, die zwei Glocken unserer Kirche forderte und noch immer kein Frieden in der Welt herrschte, wurde diese Glocke von der St. Sebastianus - Schützengesellschaft gestiftet.“
Und weiter fordert der Bergbau fast regelmäßig jedes Jahr auf hiesiger Grube Maria seine Opfer. Wahrscheinlich sind auch Schützenbrüder betroffen. Immer wieder Spenden die Schützen für in besondere Not geratene. 1926 Einweihung der neuen Synagoge in Hoengen, Schillerstrasse 38, durch die Herrschaft, einer jüdischen Großfamilie aus 3 Hauptfamilien, den Elkans, den Lukas und den Kellers.
Hitler wollte bis 5 nach 12.00 Uhr kämpfen, dies kostete unserer Dorfgemeinschaft 50% mehr Opfer und zusätzlich die vielen Zivilisten, sowie die Ermordeten 11 Hoengener jüdischen Familien, deren durch das Ehrenmal nicht gedacht wird. Denkt die Dorfgemeinschaft nicht mehr an sie, die doch auch zu uns gehörten. Auch einige Behinderte aus Hoengen wurden durch die Nazis ermordet, „Euthanasie“ nannte man das beschönigend. Alle wurden doch Opfer der Nazis, genau wie die im 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten und Zivilisten. Die Schützenbruderschaft gedenkt jedes Jahr der Opfer, dieser furchtbaren Kriege, an den Kirmestagen des Schützenfestes, mit einer Kranzniederlegung nach dem Hochamt. Damit die vielen Toten nicht vergessen werden.
Ein furchtbares Grubenunglück bei den Alsdorfer Werken des EBV, mit 271 Toten, bringt 7 Mariadorfer Bergleuten den Tod und auch einigen aus Hoengen.
1. Die Organisation muss Mitglied der Erzbruderschaft sein.
2. Der Pfarrer als geistlicher Präses muss den Antrag bei der Kanzlei der Erzbruderschaft stellen.
3. Die betreffende Organisation muss das 100. Jubiläum schon gefeiert haben.
4. Ein Mitglied der betreffenden Bruderschaft, Gilde, Gesellschaft usw. muss im Anno Santo das Abzeichen selbst aus der Hand des Heiligen Vaters empfangen. Das Ehrenzeichen wird nicht verschickt, sondern wird vom Papst persönlich übereicht.
Im Protokoll der Hauptversammlung vom 1. Januar 1934 steht unter Punkt VI. Die Erzbruderschaft schreibt vor, dass ein Führer gewählt wird, überall galt das „Führerprinzip“ bei den Nazis. Einstimmig tritt die Gesellschaft für den General Heinrich Klever ein.
1.Vereinsführer: Heinrich Klever
1. Schriftführer: Josef Bergstein
1.Kassierer: Heinrich Herpers
“ Unser Sportführer gab uns in seinen Ausführungen bekannt, wie in Zukunft sich Versicherungen gestallten im Schützenwesen und wie der Zusammenschluss der einzelnen Vereine in Bezirke und Kreise eingeteilt werden solle.“
Damit ist die kirchliche Einteilung in Pfarren und Dekanaten endgültig aufgehoben worden. Die NSDAP lässt den Schützenvereinen nun keine Ruhe mehr. 1938 muss der Vereinsführer erklären, dass ab sofort weder Federbüsche, Degen, Epauletten, noch Medaillen von den Offizieren getragen werden dürfen. Auch sei verboten worden, dass sich die Schützen an irgendeiner Prozession in Uniform beteiligen
Merkwürdig ist, dass der inzwischen ausgebrochene Krieg mit keinem Wort in der Chronik erwähnt wird.
Am 16. Juni 1940 findet die letzte Versammlung statt. Unter Punkt I werden die neuen Satzungen einstimmig angenommen.
Hiermit enden alle Eintragungen in dem alten Protokollbuch von 1875.
Die St. Seb. Schützengesellschaft „e.V.“ Hoengen, hat am 27. Juni 1941 folgende Jungschützen in die Gesellschaft aufgenommen:
Mertens Wilhelm geb. 29.6. 1924 in Hoengen Schmieds – Eng.
Weidenhaupt Peter geb. 10. 5. 1925 in Hoengen Schmieds – Eng
Steffens Josef geb. 20. 11. 1924 in Hoengen Jülicherstr.
Jorias Josef geb. 6. 4. 1924 in Hoengen Schillerstr.
Bauer Josef geb. 12. 8. 1922 in Hoengen Falterstr.
Breuer Gerhard geb. 10. 2. 1922 in Hoengen Schillerstr.
Palmen Franz geb. 2. 4. 1926 in Hoengen Weitze – Eng
Mund Josef geb. 5. 5. 1923 in Hoengen Schmieds – Eng
Butz Gerhard geb. 30. 3. 1923 in Hoengen Kreuzstr.
Bischoff Josef jun. geb. 15. 2. 1926 in Hoengen Marktstr.19
Carduck Josef geb. 6. 12.1926 in Hoengen Friedenstr jetzt Marien Str.
Dass diese jungen Leute sich den Schützen angeschlossen hatten, war den Machthabern ein Dorn im Auge. Aber was aus ihnen nach den Kriegsjahren geworden ist, bleibt ein Rätsel. Wir finden keinen dieser Namen mehr in den Schützenbüchern, obwohl fast alle diese Männer nach dem 2. Weltkrieg wieder in die Heimat zurückkehrten.
Leben erwecken. So wählten sie den Herrn Johann Ziegler zum ersten Vorsitzenden der Schützenbruderschaft Hoengen. Der Anfang war wohl noch etwas holprig, denn man hatte es versäumt einen Schriftführer zu wählen, oder fand sich kein geeigneter Kandidat? Bei einer der ersten Versammlung am 29. August 1948 wurde angemahnt, dass unbedingt ein neuer Schriftführer gewählt werden müsse, da seit längerer Zeit kein Protokoll geführt worden war. Es herrschte bei aller übrigen Not auch beachtlicher Papier- Mangel bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948. Zu Punkt I wurde beschlossen den Königvogel auszulosen, da die Deutschen den Alliierten alle Waffen nach Kriegsende 1945 ausliefern mussten. Als Tag der Verlosung der Königswürde, wurde Samstag der 18. September bestimmt, im Lokale Ullerich Jülicherstrasse 173, dort wo vor 73 Jahren schon einmal ein Neuanfang gemacht worden ist. Den Einsatz auf den Königsvogel beschloss die Versammlung auf 2 DM festzusetzen. Am 10. Oktober wurde dann mit Peter Ophoven ein Schriftführer gewählt. Interessant ist zu sehen, dass P. Ophoven seine Berichte in Lateinischer Schrift beginnt, dann aber bis zum Ende seines Amtes, in Sütterlinschrift weiter schreibt. Zum Schlusse der Versammlung, begrüßte unser neuer Schützenkönig Hubert Bauer die Mitglieder, weil er leider bei der Verlosung der Königswürde nicht zugegen war. Er erinnerte nochmals an die straffe Disziplin der Bruderschaften vor 15 Jahren und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Bruderschaft wieder werden solle, wie sie früher war. Beim ersten Schützenfest wurde gleich ein kleines Festzelt bestellt, welches die Schützenbrüder aber selber aufstellen mussten. Das man es schaffte gleich im ersten Jahr der Wiederbelebung der Bruderschaft und auch der Währungsreform, von RM zu DM ein Schützenfest zu veranstalten, das war schon beachtlich, hatte man sich doch erst vor wenigen Monaten wieder zusammengefunden. Mit dem ersten Fest müssen die Mitglieder sehr zufrieden gewesen sein. Denn bei der Versammlung vom 12. Dezember 1948 wurde überlegt, das Geld möglichst Wertbeständig anzulegen. Hierüber gab der Vorsitzende näher Auskunft, was schon in dieser Sache unternommen worden war. Eine neue Königskette sei schon bestellt, worüber Clemens Mund näher Auskunft gab.
Ausgaben in DM, der neuen Währung, bekannt und ebenfalls den Stand der Kasse am Ende des Jahres 1948. Der Kirchenchor hatte eine Einladung geschickt. Zwecks Teilnahme an einem Wiesenfest für einen Neubau der Kirche. Jeder Verein sollte etwas unternehmen, was Geld einbringen könnte. So beschloss die Versammlung an dem Fest teilzunehmen und einen Geldvogel auszulosen. Der Reinerlös sollte in den Orgel-Fonds fließen. Von der Militärregierung wurde das Schießen mit Luftgewehren wieder erlaubt. Daraufhin beschließt man 29. August 1949 die Königswürde wieder Auszuschießen.
Am gleichen Tage wurde ein neuer Vorstand gewählt:
1. Vorsitzender: Johann Ziegler
2. Vorsitzender: Hermann Ullerich
1. Kassierer : Gottfried Pauels
2. Kassierer: Wilhelm Clemens
1. Schriftführer: Günter Heudel
2. Schriftführer: Peter Ophoven
Leider hat der sehr junge Schriftführer G. Heudel , nur ein Monatsprotokoll geschrieben, das er ordentlich, in sehr schöner Schrift ausgeführt hat. Das Schützenfest im Jahre 1954 wurde gemeinsam mit dem Theaterverein Germania und der Hoengener Mai Gesellschaft gefeiert. Man war sich einig, dass der Sonntag nur mit einem Zapfenstreich der Bruderschaft und dem traditionellen Treffen beim König gestaltet werden soll. Der Kirmessonntag soll eingeleitet werden durch einen gemeinsamen Kirchgang der drei Vereine, mit anschließender Kranzniederlegung, nachmittags Festzug und anschließend Königsball. Montags soll ein Schützenball stattfinden. Dienstag runden wir die Kirmes mit dem Dorfball ab. Bemerkenswert ist, das alle Teilnehmer des Festzuges mit ihren Ehefrauen , freien Eintritt bekamen. Man muss sich fragen, wie
dieses Fest dann finanziert wurde.
Man findet aber im nachfolgenden Kirmesbericht, einen Monat später keinen negativen Bericht im Protokollbuch. Sicher wurde viel Gespendet, aber vielleicht hat der König Gottfried Pauels, der damals Kassierer war für den erforderlichen Ausgleich gesorgt.
Die Schützenbruderschaft bedankte sich beim bisherigen Vorstand und vor allem beim alten Vorsitzenden Johann Ziegler für seine bisherige große Leistung mit stehendem Applaus und ernannte ihn, einstimmig zum Ehrenbrudermeister. Sie bedankten sich noch einmal bei diesem großartigen Mann für seine unermüdliche Arbeit zum Wohle der St. Seb. Schützenbruderschaft. Bis zum heutigen Tage wird im Schützenheim zu seinen Ehren, jedes Jahr am Patronatstag im Januar, der Johann Ziegler Gedächtnis-Pokal ausgeschossen.
Zum Ansehen der Bruderschaft trug auch der Schützenbruder Josef Kausen bei, als er eines Tages der Bruderschaft einen Karton mit alten Papieren überreichte. Er berichtete, dass er diesen auf seinem Haus-Speicher Friedensstr. / Marienstr. entdeckt habe. Später stellte sich heraus, dass in diesem Hause der ehemalige General und erste Vorsitzende, Wilhelm Klever gewohnt hatte. Man stellte dann fest, dass es sich bei diesen Bündel alter Papiere, um die alten Protokolle der früheren Schützengesellschaft handelte. Die Papiere waren zwar in einen sehr schlechten Zustand, aber trotzdem noch gut zu lesen. Man bat Kaplan Günter von den Driesch und Ludwig Rehfisch im alten Protokollbuch nachzuforschen. Die Freude war groß, als wir erkannten, dass diese alten Protokolle im Jahre 1875 begonnen wurden und bis ins Jahr 1941 geführt worden sind. Außerdem enthielten die Blätter eine ausführlich Chronik aus dem Jahre 1914.
Dort wird eine Schützenfahne von 1795 erwähnt, die beim Schumachermeister Paul Zimmermann aufbewahrt wurde.
Im alsbald französischen Rheinland ( „in der fränkischen Republik“ ) wurden die r. Kath. Kirche und alle ihre Einrichtungen und Bruderschaften unterdrückt bzw. aufgehoben, so auch unsere alte St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Hoengen.
Mund Schützenkönig 1959 zum 200 Jährigen Stiftungsfest.“ Was war da geschehen? Einige Leute aus dem damaligen Vorstand hatten, aus einer schwer lesbaren Zahl in der Chronik des alten Protokollbuches, herausgelesen, dass die Schützen zur damaligen Zeit schon bestanden haben. Dies wollten aber Kaplan von den Driesch und Ludwig Rehfisch, die, die alten Unterlagen durcharbeiteten noch nicht bestätigen. Es entstand ein Streit, in den selbst das Bundeskriminalamt in Wiesbaden eingeschaltet wurde .Das alles geschah nur wenige Wochen vor dem Schützenfest.
Einladungen, Losblöcke Plakate und Eintrittskarten mussten geändert werden, aber die teure Silberplakette natürlich nicht. Ein Unikat ganz besonderer Art. Bei der nächsten Versammlung wurde der Jugendliche Franz Josef Dohmen aus Broichweiden IV in die Schützenbruderschaft aufgenommen.
Er ist ein Neffe des amtierenden Königs und heute unser 2.Kassierer und 1.Hauptmann. Weiter wurde beschlossen zum diesjährigen Karneval einen Wagen zu stellen „Das Försterhaus“ Von nun an nehmen die Schützen jedes Jahr am Rosenmontagszug teil. Heute noch bilden sie alljährlich eine schöne Fußgruppe.
So beschloss man eine neue Fahne anzuschaffen. Der Kostenpunkt sollte nicht höher als bei 1500 DM liegen, mit Hülle, Tragriemen, und Plastikhülle. Es wurde fleißig gesammelt. Kurz vor dem Schützenfest war sie dann fertig und wurde den Schützen auf der Versammlung vorgestellt. Sie kostete letztendlich 1450 DM mit Damenschleife 135 DM: gefertigt aus sehr schönem Samt und mit Nussbaumtragestange. Beim nächsten Dekanatsschützenfest zum 210 Jährigen bestehen, wurde die neue Schützenfahne dann von Pastor Arnold Scheufens geweiht. Die alte Fahne ,die so lange der Bruderschaft gedient hatte, wurde in einem neuen Glasschrank untergebracht und wird nur noch bei besonderen Anlässen heraus geholt.
So musste in den folgenden Jahren an verschiedenen Plätzen Vogelschuss stattfinden. 1949 bei Wertz auf der Wiese Jülicherstrasse, Johnens Wiese „ Schötteleng“ Kirchgässchen, Josef Karduck „ Op de Me-yß“ Marienstrasse, Wilhelm Clemens an der Scheune (bei Titte Philipp an de Schü) Kirschstrasse, Liebscher-Muth im Hofgang Kirschstrasse, Tillmann im Saal Jülicherstrasse und in der Schützenwiese am alten Stand hinter der Hahnengasse.
Nun suchten die Schützen nach einer Lösung.
Bis im Jahre 1967 der Schützenbruder Franz Mund, auf der Monatsversammlung den Vorschlag machte, auf seinem Grundstück Marktstr.18 einen neuen Schießtand zu bauen, der seiner Bruderschaft einstweilig eine Lösung bringen könnte, bis diese finanziell besser dran sei. Die Schützenbrüder müssen ziemlich erstaunt in die Runde geschaut haben.
Franz war schon seit 1954 Mitglied der Bruderschaft und im gleichen Jahre wurde sein Schwiegervater Gottfried Pauels Schützenkönig.
Franz Mund war schon zu dieser Zeit viele Jahre 1. Kassierer. Der Gedanke, dass die Schützenbruderschaft diese schwere Aufgabe wohl kaum lösen und darüber auseinander brechen könnte, hat ihn wohl zu einem Vorschlag dieser Übergangslösung bewogen.
Die Versammelten waren natürlich begeistert von dem Gedanken, endlich ein Schützenheim mit Schießstand bauen zu können .Aber die Kasse war leer, das wusste der Kassierer Franz Mund sicher am besten .
Doch man ließ von diesem guten Gedanken nicht mehr ab. Aus dem Dorf Langweiler, dass damals dem Braunkohlen-Tagebau weichen musste, holten die Schützenbrüder alle Bauteile die für ihr Vorhaben zu gebrauche waren.
Alle halfen mit Handwerker waren ja genug in der Bruderschaft .Es ging zügig voran und 1968 konnte schon der erste Schützenkönig Alfred Körfer dort ausgeschossen werden .
Es folgten 16 weitere Könige. Aber die Räumlichkeiten reichten bald nicht mehr aus, alles war sehr familiär und räumlich eng . Manchmal platzte alles aus den Nähten, wenn bis zu 50 Personen anwesend waren.
Die Schützen beschlossen deshalb, dass der Vogelschuss wieder zum Volksfest und die Hoengener Bevölkerung wieder daran beteiligt werden sollte.
Brudermeister Siegfried Ramrath und sein Vorstand arbeiteten schon lange an der Errichtung eines neuen Hochschießstandes.1985 war es dann soweit, ein guter Platz wurde gefunden, auf dem solch eine Anlage errichtet werden konnte. Es ist ein sehr bedeutender Platz, eine der 3 Urzellen unseres Heimatdorfes. Dort stand schon im Mittelalter, der Heinsberger Gutshof. Vielen wird bekannt sein, das seit 1217 das Prämonstratenserinnenstift in Heinsberg das Patronat über die Kirche in Hoengen besaß.
Jahrhunderte blieben die Ordensfrauen von Heinsberg in diesem Besitz, bis 1802 in der Säkularisation das Stift aufgehoben und sein Besitz versteigert wurde.
Er wurde erworben, wie in anderen Quellen berichtet wird, von Hermann Josef Bauer. Der ehemalige Heinsberger Hof wurde schließlich 1882 mit einem Areal von 68 ar von der Zivilgemeinde für 7100 Mark aufgekauft. In dem Hofgebäude wurden außer dem Gemeindebüro zwei Schulsäle und zwei Lehrerwohnungen eingerichtet.
Ein Teil der alten Schule war also noch ein Rest dieses alten Gutshofes. Vieles kann man darüber im„Band I +II Hoengen“ von unserem Heimathistoriker Heinz Schüller nachlesen.
Hoengener Urzellen: a) die Römervilla im Bachfeldchen, b) der Heinsbergerhof (auch Hoengener Hof) am Marktplatz, c) die Mutterkirche St. Cornelius Hoengen. Am 28.9.1985 wurde der neue Hochschießstand von unserem Präses Pastor Johannes Palmen eingeweiht und bei herrlichem Spätsommerwetter konnte die Hoengener Bevölkerung wieder ein Königsvogelschießen miterleben.
Spannend ging es dann beim Königsvogelschuss zu, stand doch die Frage an, ob der noch amtierende König Mathias Fuchs die Kaiserwürde erringen könnte. Dies gelang ihm allerdings nicht, denn kurz vor Mitternacht war es Franz Josef Dohmen, der beim 333. Schuss die Würde des Königs errang.
W. Clemens war Landwirt von Beruf und Pächter der Schützenwiese bis zu seinem Tode.
Zum neuen Brudermeister wurde Hubert Fleu gewählt. Dieser stellte dann zur Würdigung der Leistung von Wilhelm Clemens den Antrag, den alten Vorsitzenden, zum Ehrenbrudermeister zu ernennen. Die Versammlung folgte gerne diesem Vorschlag.
Mit Begeisterung setzte er sich für unsere Jugend ein. So manch junger Mann hier in Hoengen wird sich noch gerne an Ihn erinnern. So beschenkte er jährlich zur Weihnachtszeit „seine“ Jugendgruppe mit selbstgebastelten Spielsachen. Peter war seit 1959 Mitglied der Bruderschaft und verstarb viel zu früh 1977. Seine Jugendstandarte wird uns aber immer an ihn erinnern.
Auf seinen Totenzettel ist zu lesen: Fast zwölf Jahre intensiven Schaffens schenkte er der Gemeinde als Pädagoge, Heimatforscher und Baumeister. Durch seine initiative entstanden Altenheim und Kindergarten, wurde das alte Pastorat nach dem Neubau eines Pfarrhauses, zum Jugendheim umgebaut. Besonderes Interesse hatte er an der Pfarrgeschichte von St. Cornelius, wovon manches Kapitel aus seiner Feder veröffentlich wurde und nunmehr vielen Hoengenern als Andenken an ihren geschätzten Pfarrer erhalten bleiben wird. Pastor Arnold Scheufens(*1907 +1972) war seiner Pfarre und auch den 68er Jugendlichen und Heranwachsenden ein Hirte wie wir ihn brauchten, ach wir Schützen sind ihm sehr dankbar. Im Rahmen seiner umfangreichen, gründlichen, jahrelangen Heimatforschungen um seine Mutterpfarre St. Cornelius Hoengen hat er unter anderem, auch die Rest-Akten des Kirchlichen Sendgerichtes von 1756 durchgearbeitet und dabei die 1. Erwähnung der Schützen der Pfarre St. Cornelius Hoengen gefunden und dies veröffentlicht.
Wir Schützen sollten bei unserem Jubelfest sein Grab in Hoengen besuchen und seiner Gedenken.
Er konnte begeisternde Festreden halten , wusste einen Verein zu führen ,und setzte sich stets für seine Bruderschaft ein. Sein Stellvertreter Heinrich Müller übernahm das Amt, bis zur nächsten Hauptversammlung. Dort wurde dann Alfred Körfer zum 1. Brudermeister gewählt.
Am 15.5.1976 beschlossen die Schützenbrüder: Frauen, wird kein Versammlungsbesuch gestattet. Ebenso soll jegliches Stimmrecht den Frauen untersagt bleiben. Das muss diesen gestandenen Männerverein doch sehr nervös gemacht haben, denn wie sollten die Frauen Stimmrecht haben, wenn sie keine Versammlung besuchen durften. Doch jetzt ließen die Damen nicht mehr locker. Den Männern wurde richtig Druck gemacht. War doch ein vernünftiges Vereinsleben ohne die Damen nicht möglich. Schon viele Jahre organisierten sie die Weihnachtsfeier, das Pfarrfest oder die Cafeteria beim Vogelschuss und Schützenfest.
Und so wurde gleich bei der nächsten Versammlung alles wieder geändert. Heute haben die Damen dieselben Rechte im Verein wie die Männer, und übernehmen selbstverständlich wichtige Ämter im Vorstand.
Im Jahre 2005 haben wir in der BRD die 1. Bundeskanzlerin. So geschehen, auf der Jahreshauptversammlung am 6. 1. 1979 als mit Anni Ramrath und Eveline Müller gleich zwei Damen, in den Vorstand gewählt wurden. Bei Festzügen bilden sie eine eigene Damengruppe und sehen blendend aus in ihrer schönen Tracht. Doch eines haben sich die Männer bewahrt, die Damen dürfen nicht auf den Königsvogel schießen. Dafür schießen sie ihre Damenkönigin am Vogelschuss aus.
Am 17.9. 1982 wurde beschlossen: Wer innerhalb von 5 Kalenderjahren 3mal die Königswürde erringt, soll zum Kaiser erhoben werden. Bisher war es noch keinem Schützenbruder gelungen 3mal in Folge den Königsvogel abzuschießen.
Gleichzeitlich wurde das Königsgeld in Anpassung an den ständigen Währungsschwund, auf 700 DM erhöht.
Der jeweilige Schützenkönig muss eine Königsplakette anschaffen, die nicht unter 350 DM kosten darf. Alle Schützenbrüder zahlen beim Vogelschuss ein Startgeld ( Königsgeld ) von 20 DM, das der König, zu seiner Unterstützung für sein Fest bekommt. Es ist jedem König überlassen wie er sein Fest gestaltet, aber einige Regeln sollten schon eingehalten werden. Das Schmücken seines Hauses übernehmen die Mitglieder, dafür sollte er sie mit Brötchen und Getränken versorgen, denn das Schmücken ist der eigentliche Auftakt für die darauf folgenden Kirmestage. An einem der Kirmestage wird das Königspaar von den Schützen nach Hause begleitet, mit Fahne und Hauptmann, wenn er noch durchgehalten hat, dann gibt es manchmal noch eine Rühreipfanne mit Schwarzbrot. Am 20.9.1982 wurde ein 100 Mann Zelt angeschafft, es soll beim Vogelschuss aufgestellt werden und bei schlechtem Wetter die Gäste schützen.
Wird ein weiteres Mitglied Kaiser, muss eine zweite Kaiserkette besorgt werden.
Es ist ein ganz besonderes Erlebnis für unsere älteren Mitbürger, aber auch für die Bruderschaft.
Bertel Mennicken heißt der neue Kaiser. In einem spannenden Vogelschuß nutzte der selbständige Sanitär- und Heizungsbauer seine letzte Chance. Nach 1989 und 1990 holte er mit dem 415. Schuß um 1:15 Uhr nachts den „zähen“ Vogel von der Stange. Er errang 3. Königstitel in fünf Jahren und somit die Kaiserwürde. Er ist damit zweiter Kaiser in der Bruderschaft. Bertel Mennicken ist ein sehr arrangierter Vereinsmensch, neben den Schützen ist er noch bei den Exprinzen, im Turnverein, bei den Vereinten Freunden und im Karneval aktiv tätig. Beim Aufbau der Bühne in der Mehrzweckhalle für die Karnevals- Gemeinschaftssitzung verunglückte er schwer. So musste er zum Schützenfest eine Kutsche mieten, da er bei seinem Kaiserfest noch nicht voll genesen war und den langen Festzug zu Fuß nicht bewältigen konnte.
Doch nun hatten wir einen Kandidaten dem wir beste Chancen ausrechneten. Und tatsächlich in einem spannenden Wettkampf belegte unser König Helmut Krämer mit 29 von 30 möglichen Ringen, den zweiten Platz hinter dem Bundeskönig, der ebenfalls 29 Ringe erreichte und Helmut Krämer wurde Diözesankönig von Aachen. Die Freude war natürlich groß bei den Mitgereisten und den Mitgliedern in der Heimat. Bei der Ankunft in Hoengen wurde das Königspaar entsprechend empfangen. Mit Kapelle und Fackelzug ging es zur Schießhalle, wo dann noch kräftig und lange gefeiert wurde. Doch nun kam sehr viel Arbeit auf uns zu. Der Diözesanvorstand von Aachen teilte uns mit, dass wir das Diözesan- Schützenfest ausrichten sollten. Ein großer Auftrag für unseren kleinen Verein, aber auch eine große Ehre für uns und unser Heimatdorf Hoengen. Viele auswärtige Vereine meldeten sich zum Festzug an. Letztendlich sammelten sich sonntags zum Festzug des Diözesan Schützenfestes, 47 Schützenvereine viele Ortsvereine und 13 Musikkapellen auf dem Fußballplatz des Hoengener Sportvereins an der Martin-Struff-Str. Insgesamt waren es über 2000 Teilnehmer. Bei herrlichem Wetter zog ein riesiger Festzug durch unsere Straßen. Viel Arbeit wurde bewältigt und auch das Königspaar musste einige Termine und Einladungen, in diesem Jahr bewältigen. Aber für uns war es ein ganz besonders schönes Schützenfest, das
allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die nächsten Jahre sind ausgefüllt mit Aktivitäten des Vereins. Widererrichtung des Siersdorfer Wege Kreuzes welches unter Denkmalschutz steht. Aufbau einer neuen Jugendgruppe, Erweiterung des sehr gut eingeschlagenen Ehrenrates, Spendenaktion für die Brandopfer in der Langstraße und Modernisierung im Technischen Bereich der Schießstände.
Stellungen gegen die in unser Vaterland eindringenden amerikanischen Truppen. Die große Seilwinde ist seit dem verschollen. Das beschädigte Eisengerüst rostete danach vor sich hin und einige Eisenträger stürzten bald herab. Selbst für das Vieh auf der Wiese wurde es zu gefährlich. Nach den Zweiten Weltkrieg wurden noch einige Vogelschusstage dort abgehalten. Man schoss aber ebenerdig auf eine große Eisenplatte. 1984 war es dann soweit, der alte Hochschiessstand musste leider abgerissen werden. Seit 1938 war er nicht mehr benutzt worden. Das alte Eisenrad aus einem Blindschacht von Au Kull, auf der Spitze des Hochstandes, über welches das Stahlseil lief, hat unser Schützenbruder Franz Mund, geborgen. Es steht heute noch als Andenken aus alter Zeit, am neuen Schießstand bei MUND-Krämer in der Marktstraße 18
Vogelschuss
Das Hauptereignis des Schützenjahres war seit je her, also vom Mittelalter ab, der Vogelschusstag. Wenden wir uns mal den alten Schützenbüchern unseres (beinahe) Nachbar-Ortes Kinzweiler zu. Darin finden wir viele Einzelheiten über den Ablauf eines Vogelschusstages: “Nach Beendigung des Nachmittagsgottesdienstes erklang die Trommel, das war anfangs meistens die ganze Musik, dann ging es hinaus zum Schießplatz. Das ganze Volk folgte hintendrein. Von schneidigen Uniformen war noch nichts zu sehen. Höchstens einheitliche Hüte und die Offiziere trugen Schärpen und zuweilen Degen. Dann wurden die auf Stangen sitzenden Vögel aufgerichtet. In der Mitte des Platzes stand der große Königsvogel und etwas seitlich die sogenannten Preisvögel. Beim Schießen auf den Preisvogel konnte sich jeder Bürger beteiligen. Natürlich musste ein entsprechender Einsatz gezahlt werden. Preise wurden ausgesetzt für jeden abgeschossenen Flügel, den Kopf und den Rumpf. Bleiben wir jedoch noch beim Königsvogelschuss in alter Zeit. Nachdem die Stangen mit den Vögeln aufgestellt und die Schützen vollzählig eingeschrieben und angetreten waren, gab der Schießmeister das Zeichen zum Beginn. Alle Anwesenden knieten nieder und beteten ein Vater unser, auf das kein Unglück beim Schießen geschehe. Anschließend verlass der Schützenmeister die wichtigsten Schiessregeln, bei deren Überschreitung man empfindliche Bestrafung zu erwarten hatte. Wer ohne triftigen Grund bei einer Prozession ( Z. B. „de Bronk“ nicht teilgenommen hatte, war vom Schießen ohnehin ausgeschlossen. Jeder Schütze musste alsdann die festgelegte Summe einzahlen. Die Gesamteinlage wurde später dem neuen König zur Bestreitung seiner Kosten ausgezahlt. Während die Schützen angespannt dem Schießen folgten, jeder Schuss fachmännisch diskutiert wurde, bei jedem abgeschossenen Span in Jubel ausbrachen und natürlich das nötige Zielwasser nicht außer Acht ließen, hatte das Volk längst andere Unterhaltung gefunden. War dann schließlich der letzte Rest des Vogels von der Stange geholt, wurde der neue König unter Hochrufen von den Schützenbrüdern, aber auch von den anwesenden Amtspersonen beglückwünscht. Feierlich erhielt er die oft sehr kostbare silberne Kette umgelegt. Der Fähnrich schwenkte ihm zu Ehren die Fahne. Und dann ging es in festlichem Zuge ins Dorf zu einem Gasthaus, das der König bestimmen
konnte. Für die Dauer seiner, in der Regel 1 Jahr andauernden Amtszeit, war der König die Glanzperson seiner Bruderschaft. Bei Aufmärschen und kirchlichen Anlässen erschien er mit seinen Offizieren und Schützen mit der Königskette geschmückt. Dem König widerfuhren von seiner Bruderschaft wie auch von der Bevölkerung viele Ehrungen. Er bekam von seinem Grundherrn einen Siegpreis, hatte oft mehrere Morgen Land steuerfrei und hatte die Nutzung bestimmter Wiesen (Königsbenden) frei. Außerdem war er von allen Spanndiensten sowie Kriegsdiensten befreit. Wer drei Jahre hintereinander König wurde, erhielt eine besondere Auszeichnung und meistens das doppelte Königsgeld.“ An manchen Orten durfte er sich Kaiser nennen. Kaiser gab es allerdings sehr selten. Es gibt noch alte Bruderschaften, die bisher keinen Kaiser hervorgebracht haben. Dagegen konnten die Hoengener Schützen schon zweimal einen Kaiser bejubeln . Der König hatte den Schützen am Schützentage ein Essen auszugeben. Zwar bekam er auch früher schon einen angemessenen Zuschuss aus der Vereinkasse, trotzdem kam er nie billig davon. Auch heute kennen wir noch die Sitte, dass der König für seine Schützen einen reichlichen Umtrunk ausgibt und zum Königball seinem Ehren-Gefolge die Getränke frei hält, oder gar ein Essen ausgibt. Ein Königsgefolge mit Festzug durch den Ort in festlichen Gewändern und allem drum und dran, gab es früher noch nicht in dieser Art. Außerdem musste der König aus eigenen Mitteln der Bruderschaft ein silbernes Schild für die Königkette überreichen, welches künftig in dieser ein Glied bildete und vom Erfolg des Königs kündete.
Mit dem Schützensilber ist heute allgemein die Vorstellung von oft überladenen Königsketten mit zahlreichen Königsschilden verbunden, die jeweils von dem König an den Schützenfesttagen getragen und von ihm um einen neuen Schild bereichert werden. Diese Form und Gebrauch haben sich aber erst im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelt. Die ältesten noch erhaltenen Ketten aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts sind noch den Ehrenketten vergleichbar, die Ratsherren , Bürgermeister oder Zunftmeister als Amtsabzeichen trugen. Diese frühen Ketten hatten zunächst nur einen Anhänger mit der Darstellung des Bruderschaftspatrons oder einem Wappen desjeweiligen Landesherren. Denn erst im 2.Drittel des 16. Jahrhunderts wurden den Ketten die ersten Königsschilde hinzugefügt und als eindeutiger Hinweis auf das Vogelschießen, wurden silberne Vögel daran gehängt. Im 17. Jahrhundert wurde es zur Pflicht, dass der jeweilige König einen Königsschild an die Kette anfügt. Königsschilde aus dem 16. Jahrhundert sind nur in geringer Zahl erhalten, meist die der Landesherren und des Adels. In keiner der Bruderschaften sind sie durch alle Jahrhunderte vollständig geblieben. Im Laufe der Zeit haben sich die Formen der Silberplatten gewandelt. Die ältesten Platten sind meist flach, mit Gravierungen verziert, während im 18. Jahrhundert barocke, getriebene Arbeiten in den Vordergrund treten. Im 19. Jahrhundert nimmt das vom König gestiftete Silber oft die Form eines militärischen Ordenssternes an. Bei den
neuzeitlichen Schilden, sind Einfallsreichtum und edles Material nur selten. Gelegentlich werden jedoch wieder Gold- und Silberschmiede beauftragt, Königsschilde anzufertigen. So hat zum Beispiel der König in Hoengen die Auflage, eine bestimmte Summe, seines Königgeldes, das er von der Bruderschaft erhält, für sein Schild einzusetzen. Oft sind, wie aus den Protokollbüchern hervorgeht, ältere Schilde in Notzeiten abhandengekommen oder verkauft worden, oder zu kirchlichem Gerät gestiftet worden. In den Protokollbüchern ist festgehalten, dass es festgeschriebene Regeln gab, die in den alten Satzungen vorgeschrieben waren, woran sich der König zuhalten hatte. „Die Bedingungen für den Königsvogelschuss waren sehr straff gehalten. Der König musste am Gottestrachttag, Fronleichnam, ein silbernes Merk-Zeichen oder Schild in die silberne Kette hängen, eines vorgeschriebenen Wertes. „Welcher dagegen thete, solle der Schützenbott denselben sein Rohr abnehmen, bis er solches vollzögen“. Das war sehr deutlich gesprochen und ließ keinen Zweifel daran, dass man ihm sei Gewehr beschlagnahmte, bis er die Plakette gestiftet hatte. Das Königssilber war der Stolz jeder Bruderschaft. Es wurde unter Doppelverschluss in einer Kiste aufbewahrt, zu der nur der König und der Brudermeister einen Schlüssel hatten. Es war wohl nicht in erster Linie die Freude am Ausschmücken des Königs, die diese Ketten entstehen ließ, sondern der erste Gedanke war wohl der, mit diesem Schmuckstück gleichzeitig ein sich immer mehrendes Wertstück zu schaffen. Die Schilder waren sämtlich aus Silber gefertigt und mit Sinnbildern geschmückt. Leider musste, in Notzeiten, oder bei besonderen Anlässen, im Laufe der Jahrhunderte eine größere Anzahl Schilder verkauft werden, um Fahnen und andere Gegenstände anzuschaffen. Im Zweiten Weltkrieg ging unsere Königskette leider verloren, mit vielen anderen wertvollen Dingen. Doch fünf schöne Silber- Plaketten wurden wieder gefunden. Die älteste ist aus dem Jahre 1893. Die silberne Königskette, Attribut jeder Bruderschaft, war in ihrer Grundausstattung oft eine Stiftung des Landesherrn. So auch in Aldenhoven, Dürboslar oder Kinzweiler. . Aus eigenen Mitteln musste der König seiner Bruderschaft ein silbernes Schild für die Königskette übergeben. Jede Bruderschaft ist im Besitze einer solchen, oft sehr wertvollen Kette, an der als Herzstück ein Silberner Vogel hängt. Wir kennen nicht den Spender, unseres Silbervogels, der an der alten Königskette hing, es fehlen leider Schriftliche Informationen darüber. Unser Kaiserpaar Wilhelmine und Bertel Mennicken, überraschten die Schützenbrüder und Schwestern eines Tages mit einem sehr wertvollen Geschenk. Bertel, der selber dreimal unsere Königskette tragen durfte, störte es schon lange, dass kein Silbervogel mehr an der Kette vorhanden war. Und so stiftete er, mit seiner Frau Wilhelmine, der Schützenbruderschaft einen wertvollen, neuen Silbervogel, der nun wieder das Herzstück unserer Königskette bildet. Damit haben die Beiden der Bruderschaft einen großen
Dienst erwiesen und die Schützen werden Ihnen, für diese großzügige Stiftung immer dankbar sein.
1. Trauerfahne von 1879
2. Schützenfahne von 1908
3. Schützenfahne von 1966
4. Jugendstandarte von 1970
gestiftet und angefertigt von Peter und Ruth Herpers 5. Standarte vom Westdeutschen Schützen Verbandes von 1913.
2. 1880 Wilhelm Josef Breuer
Pater Gerardo Kreetz 1756 – 178
Hermann Drehsen Josef Peter Carduck Marienstr.
M.J.Christian Ehser Marktstr. Heinrich K. Emundts Schillerstr.
Heinrich Kappertz Kirchstr. W. w. Frings
Franz Johnen Kirchgässchen Peter J. Hogen Marktstr.
Friedrich Prömper Kirchstr. Karl Kammel
Ww. Rahn Schillerstr. Heinrich Gillissen Kirchstr.
Ww. Thelen Marienstr. Hermann P. Schleipen Jülicherstr.
Wilhelm Ullerich Jülicherstr. Philipp Clemens Langstr.
August Ullerich Jülicherstr. Wilhelm Erkens Kirchstr
Wilhelm J. Breuer Kirchstr. Peter J. Götting Kirchstr.
Leonard Dohms Kirchstr. Peter J. Lenzen
Wilhelm Dohmen Marktstr. Matthias W. Mertens
W w. Hansen Ludwig Pütz Kirchstr.
Josef Johnen Ph. Theile
Hubert Kügeler Kirchstr.
Leonard Dohms Schillerstr. 1960 Peter Lehnen Friedensstr.
Josef Emundts Kirchstr. 1972 Ludwig Gillessen Schillerstr.
1949 Ullerich Jülicherstr. Schillings Schillerstr.
Franz Johnen Kirchgässchen Otto Drescher Marienstr.
Josef Frings Marienstr. Alexandrowitz Markstr.
Franz Kapperts Kirchstr. Josef Tillmans
1954 Werner Pütz Kirchstr. 1973 Ludwig Gillessen Schillerstr.
1955 Werts Jülicherstr. 2000 Heinz Aretz Kirchstr. Präses der Schützen in Hoengen
1931 Franz Mund
1985 Matthias Fuchs
2007 Ralf Ramrath
2008 Peter Steffens
2009 Harald Engelbrecht
2010 Walter Kresin
2011 Harald Engelbrecht
2012 Frank Mennicken
2013 Harald Engelbrecht
sich seiner an und restaurierte das schmiedeeiserne Wegekreuz in seiner Werkstatt. Architekt Heinz Funken erstellte uns einen Entwurf zur Wiederaufstellung des denkmalwerten Kreuzes. Unverzüglich wurde mit den Arbeiten begonnen. Findlinge wurden besorgt, ein festes Fundament erstellt. Mit alten Pflastersteinen wurde eine stabile Unterlage für das schmiedeeiserne Wegekreuz verlegt. Franz Mund übernahm die Bepflanzung der Anlage. Er setzte kleine Korkenzieherweiden um diesen Platz. Odilia Emundts aus der Kirchstraße, die noch im hohen von 90 Jahren, Spaziergänge in die Gemarkung Hoengen unternahm, pflanzte einen kleinen Birkenbaum an gleicher Stelle. Im Laufe der Zeit ist daraus ein wunderschöner Rastplatz entstanden, an dem so mancher Spaziergänger einen Augenblick verweilt. Unsere Freunde vom Ehrenrat, unter der Leitung von Werner Kellermann, die unsere Schützenbruderschaft schon seit Jahren unterstützen, stifteten eine Marmorplatte mit dem Namen des Kreuzes und der Patenschaft. Heinz Schüller, der sich schon seit Jahren, für unser Hoengen einsetzt, hat einiges über unser Siersdorfer Kreuz herausgefunden und zusammen getragen. Das Siersdorfer Kreuz steht an einem Punkt, an dem die Hahnengasse, der Siesdorfer Weg, einen großen Fuhr-und Heerweg des Mittelalters kreuzt. In der Tranchot Karte (1803-1820) ist dieser Weg, als Grand Chemin de Maastricht a´ Jülich ausgewiesen. Er führt bei Herzogenrath über die Wurm und kommt über Bierstraß, Zopp, südlich an Alsdorf vorbei (Weinstraße), über Schaufenberg und die jetzige L 47, in direkter Linie zu der Stelle, an der unser Siersdorfer Kreuz steht auf Schleiden zu und erreicht dort, am Südpunkt von Schleiden, an der Villa, erstes Haus links die B 1. (Grand Chemin) heißt großer Weg und bedeutet Landstraße, Fuhrweg. Unser Weg geht über Jülich durch bis Köln. Er ist mithin die große mittelalterliche Verbindungsachse zwischen Köln und Maastricht, also zwischen Rhein und Maas. Wir merken also, dass an bedeutenden, alten Landstraßen und Handelswegen des Mittelalters vielerlei Markierungen und Symbole stehen. Ein solches Zeichen ist offenbar auch unser Siersdorfer Kreuz. Der Landeskonservator meint ganz schlicht: „ Unser Siersdorfer Kreuz ist ein Feldkreuz des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein schmiedeeisernes Kreuz ohne Korpus mit Lilienkreuzenden“. Die Betreuung unseres Kreuzes, hat die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hoengen übernommen. Sie hat nicht nur dieses Kreuz neu erstellt und würdig gestaltet, sie hat auch bei der ersten kritischen Probe gezeigt, wie ernst sie es mit dieser Aufgabe meint und nach einer erheblichen Beschädigung des Kreuzes durch dumme Menschen dafür gesorgt, daß es wieder instandgesetzt wurde. Das alte Wegekreuz( Siersdorfer Kreuz) steht heute unter Denkmalschutz.“













